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Von der Laag


Als drittes bedeutendes Rebgelände von ehedem ist die Log anzuführen. Man schreibt gewöhnlich die Laag und kann das Wort nicht richtig lesen. Man schrieb früher Kaatgass und Braachzelg für Kotgass und Brochzelg, und die Laag las man die Log. Dasselbe geschieht noch heute in den skandinavischen Sprachen. Log heisst schweizerdeutsch der Einschnitt, die Kerbe. Waldbäume logen oder lochen heisst sie mit irgend einem Anhieb kennzeichnen. Wichtig waren einst die Log- oder Lachbäume, die den Verlauf einer Grenze durch den Wald festhielten. Sie standen zu beiden Seiten der Grenzlinie und durften nie einseitig gefällt werden. Das gab einmal in den Jahren 1779 / 81 beim Hengstacker den Grund zu einer Grenzstreitigkeit zwischen Schaffhausen und Zürich. Das Wort Log bedeutet also geradezu eine Grenze, darum heisst lögele noch heute abgrenzen und ausmarchen.

 

 

 

Wie kommt unsere schöne stille Flur drunten am Rhein zu diesem Namen? Auf folgende interessante Weise. Wir alle kennen den Grenzgraben zwischen der Dörflinger Logwiese und der Büsinger Rheinwiese mit dem soliden Grenzstein drin? Das ist eine richtige Log. Aber diese Log ist im Flurnamen nicht gemeint, sondern eine sehr viel ältere. Nämlich vor 1000 Jahren muss in der Umgebung unserer heutigen Log ein auffallender Stein oder Felsblock gelegen haben, der unter dem Namen Roderichsstein damals allen Landskundigen wohlbekannt war. Was für eine Bedeutung er hatte und wer der Roderich war, der ihm den Namen gegeben, kann man heute kaum noch vermuten. Tatsächlich aber war der Stein eine Log, mindestens im Sinne eines augenfälligen Merkmals der Oertlichkeit, eine sog. Jägermarke, vielleicht aber auch im Sinne einer Grenze, einer wirklichen Landmark und sollte der Stein das damals noch nicht gewesen sein, so wurde er es gerade, damals und zwar so:

Der uns Schaffhausern wenigstens dem Namen nach bekannte Eberhard der Dritte von Nellenburg, Graf des Thurgaus und des Zürichgaus, hatte ums Jahr 1050 beim Marktflecken Schaffhausen ein Kloster gestiftet. Seine fürstlichen Verwandten und Freunde machten sich eine Ehre daraus, der frommen Stiftung mit Schenkungen an Land und Leuten zuhilfe zu kommen. So schenkte im Jahr 1067 der damals 17jährige deutsche König Heinrich, der Vierte, ein Verwandter des Grafen, diesem den Wildbann in den Wäldern um das Klösterlein her, die bereits Eberhards Eigentum waren. Der Wildbann als das Recht zur Hochjagd auf Hirsch und Wildsau war ein königliches Vorrecht und unter normalen Verhältnissen schloss dies Recht auch die Befreiung von fremder Gerichtsbarkeit innerhalb des Wildbannbezirks in sich, und das bedeutete Reichsfreiheit, Landeshoheit. Die Grenzen dieses Bezirkes konnten damals natürlich noch nicht genau, sondern nur ungefähr angegeben werden in der Weise, dass die Grenzlinie von einer bekannten Oertlichkeit zu einer andern gezogen wurde, und bei dieser Grenzziehung bildete nun der Stein des Roderichs den Ausgangs- und Endpunkt. Die lateinische Schenkungsurkunde von 1067 sagt hierüber: Vom Roderichesstein geht die Grenze zum Rhein hinab, dann den ganzen Rhein hinunter bis zum Urwerf (unterhalb Schaffhausen, einer Gerichtsstätte der klettgauischen Grafen). Von dortum den Lauferberg (über dem grossen Lauffen, d. h. dem Rheinfall) herum, dann quer über den Klettgau nach dem Löhninger Kornberg, auf den Hochranden hinauf und zum Buchberg bei Merishausen. Von da durchs Orsental hinunter zum Wirbelberg (über dem Felsentäli), zum Gasperg (zwischen Schaffhausen und Herblingen) und hinüber zum Rinhart (Rhihirt) und um den ganzen Rheinhard, d. h. Rheinforst (um Solenberg und Falkenberg zwischen Thayngen und Dörflingen) herum wieder zum Roderichsstein.

Wo dieser Stein stand oder lag, weiss heut kein Mensch mehr. Pfr. C. A. Bächtold, unser unvergleichlich fleissiger und zuverlässiger, höchst verdienter Schaffhauser Geschichtsforscher, nahm an, er habe dort gestanden, wo am Rhein die heutige Grenze zwischen Büsinger und Dörflinger Bann den oberen Rand des Abhanges erreicht, der sich dort steil zum Rhein hinuntersenkt. Wir alle kennen diese Stelle gut, dort, wo man auf dem Fussweg im Rheinhölzli aufsteigend, aus dem Wald heraustritt und wo man, neben Pfr. Schulzens Waldhausvilla, vom Blick auf die schöne weite ruhige Flusslandschaft überrascht gerne stehen bleibt und schaut, auch mit Wohlgefallen hinunterschaut auf die friedliche freundliche kleine Ebene am grünen Fluss, auf die Log. Der Stein ist freilich nicht mehr da. Wo mag er hingekommen sein? Ist er ins Wasser gefallen und zum Nellenburger- oder Hattingerstein geworden, dem 2 m langen Findling fast mitten im Rhein, den der Obervogt Johannes Hattinger in Stockach ums Jahr 1410 vom Uferweg dorthin mag vorgeschoben haben, und von dem alle Marchenbeschreibungen des Gemeindebannes Dörflingen ausgehen? Oder ist es vielleicht jener vielgenannte "grosse Stein" am einstigen Dörflinger See und Riet, der vor Jahrhunderten schon den Stanäckern ihren Namen gegeben hat und erst vor 100 Jahren sich einem der dortigen Neuenhäuser zur Fundamentierung hergeben und in der Erde verschwinden musste? Sei dem, wie ihm wolle, unsere Log ist für Schaffhausen eine ungemein bedeutsam Log, weil jener Wildbannbezirk von 1067 der Anfang und Grundstock des späteren Stadtstaates und heutigen Kantons Schaffhausen geworden ist.

Dass ungeschickter-, nein, unvernünftiger- und unnatürlicherweise ein gutes Stück jenes Bezirks, nämlich der Gemeindebann Büsingen, herausgerissen wurde und uns leider fehlt, das kommt daher, dass vor reichlich 200 Jahren im Junkernhaus zu Büsingen habsburgische Habgier und, mit Respekt zu melden, schaffhauserische obrigkeitliche Beschränktheit zusammengestossen sind, und Dummheiten zurückzunehmen fällt den Staaten noch viel schwerer als den Privaten. Das Jahr 1939 ist dafür ein erdrückender Beweis.

Soviel von dem Namen der Flur. Und nun ein kurzer Blick auf ihre Geschicke.
Die Log war wohl schon recht frühe ein geschlossenes grosses Rebgut. Mit seinen sechs Jucharten Reben bildete es den Anfang eines zusammenhängenden Rebberges, der sich bis nach Obergailingen erstreckte und, sagen wir, 500 Jahre lang von 1340 bis 1890 immerfort einschenkte, bald mehr, bald weniger. Dieser Weinberg ist heute verschwunden. Es ändern sich die Zeiten und wir mit ihnen. Eine früheste Nachricht von den Reben in der Log ist die Notiz aus österreichischen Archiven, dass am 22. August 1404, als eben die Trauben zu schwellen anfingen, Hannsen Linder, pharrer ze Wartertingen, ain weingart, gelegen ze Diessenhofen in der Lag, verlihen ward. (War jener geschmeidige Mann, der 500 Jahre später in derselben Lag vom Knecht sich plötzlich zum Meister aufschwang und 1904 dort den letzten Wein trank, den die Logreben gaben, war er nicht ein Sohn desselben Dörfleins Waterdingen hinterm Hohhewen, vielleicht ein Nachkomme dieses Priesters? Leo Rösch, ich grüsse dich). Die Notiz von 1404 beweist, dass das Erzhaus Oesterreich über die Lag verfügte. Es verfügte darüber, weil Land und Leute in unserer Gegend grösstenteils dem Bischof von Konstanz und dem Abte von St. Gallen gehörten. Die beiden Kirchenfürsten aber hatten notgedrungen diese Besitzungen vertraglich an Oesterreich zu Lehen und damit zu gutscheinender Verwaltung und Verwertung gegeben. Eigentumsrecht jedoch völlig vorbehalten. An Handlangern zur Verwertung fehlte es natürlich nie.

Da war z.B. damals in der Nordostschweiz ein ganz ausserordentlicher Geschäftsmann am Werk, ein Güterschlächter grossen Stils vom Tirol bis ins Elsass, der sanktgallische Junker Rudolf Giel. Es geriet ihm umso besser, als Ulrich Rösch, einst Küchenjunge des Klosters, 1463 bis 1491 Fürstabt von St. Gallen, ein gewaltiger Politiker, sein Freund und Gönner war, und ohne weiteres alle st. gallischen Lehen genehmigte, die Giel in seine Gewalt brachte, darunter waren solche zu Diessenhofen, Schlattingen, Guntalingen. Bei Gelegenheit der Hegauerzüge im Schwabenkrieg wurden dann diese armen Bauern von den Eidgenossen extra gerupft aus Abneigung gegen Rösch, wie gegen Giel. Giels Sohn Gothard wurde 1491 Fürstabt, was die Erfolge der geschäftstüchtigen Familie nicht beeinträchtigte. In Konstanz arbeitete besonders Christoffel Giel der Erste. Da gab er Gülten aus der Umgebung Winterthurs dem Bischof Hugo von Landenberg in Tausch für den Dörflinger Vogtkernen, das war die Verpflichtung zur jährlichen Abgabe von 40 Mutt Kernen; so im Jahr 1515. Von dem Giel kam die Gült an den Konstanzer Junker Hans Friburger und von dem schliesslich an die Stadt Diessenhofen. Derselbe Giel hatte damals auch unsere Log im Sack und veräusserte sie um 300 Gulden an denselben Friburge. Dieser Preis, etwa 15000 Fr. von 1939, ist so unsinnig niedrig, dass man annehmen muss, nicht nur sei das Gut in sehr schlechtem Zustande gewesen, sondern auch es handle sich nur um einen Teil des Gutes. Natürlich, der Güterschlächter Giel war da am Werk. Er verkaufte stückweise. Im März 1543 geben Junker Nithart und Frau Verena Friburgerin ihr Stück Log an Otmar Sigg von Dörflingen käuflich ab und dieser kauft gleich noch dem bisherigen Logmeier Conrat Singer, vermutlich von Diessenhofen, das Stück, das dieser hatte, um 135 Gulden bar ab.

Es war anscheinend das erstemal, dass die Log aus junkerlichen Besitzerhänden in bäuerliche Besitzerhände kam, und das müssen wohl recht tüchtige gewesen sein. Otmar Sigg, der ältere Bruder des Jacob und des Hanns Sigg sowie der Schwester Anna Hafner, war offenbar nicht nur ein unternehmender, sondern auch ein sehr leistungsfähiger junger Bauer, denn im Jahr 1554 hat er neben der Log noch 30 Jucharten vom Schaffhauser Spendgut und 36 Jucharten vom Prediger und vom Schlossers Gut und vielleicht noch mehr, das wir nicht wissen können, im Bau. Im Jahr 1565 hat er die Log immer noch, nun schon 22 Jahre. Im Jahr 1577 dagegen ist Grosshans Suter der Logmeier und da kommen in einer Gemeindsgerichtssitzung neue Logstücke zum Vorschein. Peter Sultzers Erben in Büsingen haben bisher 1 1/2 Jucharten Reben in der Log bebaut; sie gehören einem Conrat Huber in
Schaffhausen und dieser leiht sie nun dem Logmeier, Vater und Sohn, um den 3. Eimer. Der selbe Conrat Huber kauft 1 Juchart Feld und Reben um 135 fl, von Barkhart in Büsingen und 3 Vierling Reben in der Log um 140 fl. samt etlichen Lasten von Adam Rülin. Man sieht, die Stücke des Gutes finden sich allmälig wieder zusammen. Das zeigt sich auch zu Pfingsten 1603 damit, dass der Logbur Conrat Suter seine 10 Jucharten Acker an Einem Stück als Unterpfand dafür geben kann, dass er in Zukunft für die anno 1577 übernommenen 1 1/2 Juchart Reben jährlich. 12 1/2 fl. entrichten darf anstatt des damals ausgemachten 3. Eimers. Er rechnete darauf, so besser wegzukommen, und für 1603 stimmte es. Aber schon 1604 wetterte er: O weh, ich habe mir den lätzen Finger verbunden! Er war ein unruhiger Mann, dieser Logbur! Mit dem österreichischen Landgericht in Stockach stand er auf dem Kriegsfuss. Das Gericht zitierte ihn z. B. am 6. November 1604 nach Stockach mit der Drohung, wenn er nicht komme, so hole man ihn, und wenn ihn vorher einer gereicht habe, so werden diesmal 100 Mann kommen, und wenn er weiche, so werden sie Laachzedel über ihn ausgehen lassen und ihm das ganze Land verbieten. Wir fragen: Muss nicht der brävste Untertan unruhig werden, wenn der oberste Richter ihn so anbellt? In Zürich aber zuckten sie die Achseln und sagten, man wisse ja schon lange, dass die dort draussen eben hitzige scharpfe Lüt seien und der Löger sei auch darnach.

Freilich auffallend bleibt es. Der Nachfolger dieses Logburs war wieder ein Conrat Suter, vielleich des vorigen Sohn, und der machte Schluss mit der Log. Er hatte wohl das Recht dazu und durfte sich sagen, dass er und seine Vorfahren das Gut doch wieder zusammen und damit auch wieder zu Ehren gebracht haben. Im Juli 1636, als er die Log verkaufte, gehörten zu ihr Haus, Garten, Scheuer, Stallungen, Trotte mit 7 Standen, 6 Juchart Reben, 2 Mahd Wiesen, 12 Juchart Acker, 1 Juchart Wald, Gerechtigkeit des Weidgangs und des Weinausschanks. Das alles kauften die Brüder Hans Rudolf und Johannes Wägelin in Diessenhofen um 4044 Gulden 16 Schilling. Sie hatten leicht kaufen, denn der Logbur war ihnen 2250 fl. Kapital und 632 fl. Zins schuldig, und indem sie noch eine Reihe von Schuldposten übernahmen, ging die Abrechnung ganz glatt auf. Allerdings nicht zur Befriedigung des Verkäufers. Es war eben damals wirklich böse Zeit. Seit 1630 machte sich der 30jährige Krieg mit einigen seiner Nöte für unsere Gegend sehr schmerzhaft fühlbar. Dazu spielten die 6 Juchart Reben der Log eine verhängnisvolle Rolle. Anno 1631 hatte es sehr viel Wein gegeben und mächtig guten, wie die Urkunden sagen. Bei Mannsgedenken habe es nie mehr gegeben, nämlich auf die Juchart 40 alte Saum, das sind 67 hl per Juchart oder 45 Eimer per Vierling. Das ist natürlich übertrieben, dagegen wohl zu glauben, was berichtet wird, dass man 1 Saum Wein gern hergab für 1 Saum Fass und den geringen Wein einfach wegleerte. Aber es kam sofort wieder anders, 1632, 33, 34, 35 - ein Fehljahr nach dem andern. Im Sommer 1636 sah es wieder recht gut aus und nun griffen die Diessenhofer Herren zu. Und es gab, wie es heisst, viel und vortrefflichen Wein. 8 Tage vor Micheeli war der Wümmet beendet. Da verstand man wieder das alte Sprüchlein, Micheeliwi (29. Sept.), Herewi! Galliwi (16. Okt.), Puurewi! Ursslewi (21. Okt.), suure Wi!

So war denn die Log aus junkerlichen und bäuerlichen Händen in bürgerliche gekommen, in geschäftskundige, gelegentlich geldstarke, immer aber sparsame Diessenhofer Bürgerhände, und ich schätze, dass sie länger als 250 Jahre darin blieben. Es ist übrigens ebenso interessant als erfreulich wahrzunehmen, wie das Dorf in jener Zeit sich Mühe gab, die Log zu halten. Während 5 Jahrzehnten wurden Darlehen gewährt, die unter dem Namen des jeweiligen Untervogts auf der Log lagen. Zu Martini 1578 steht ein Zinsbrief von 160 fl. auf der Log unter dem Namen von Untervogt Martin Huber. Zu Hilari 1603 ein Brief von 250 fl. unter dem Namen des Untervogts Hans Sigg. Zu Martini 1615 650 fl. auf den Namen desselben. Zu Lichtmess 1616 200 fl. ebenso. Zu Thomastag (21. Dez.) 1616 300 fl, unter dem Namen des Untervogts Felix Sigg. Zu Lichtmess 1618 300 fl. ebenso, und zu Martini 1628 ein Brief von 800 fl. (etwa 24 000 Fr.) unter dem Namen von Untervogt Hans Sigg. Das war doch wirklich schön! Man meinte eben damals noch nicht, eigentlich müsste ein jeder sich auf eigene Faust durch die Welt schlagen, vielmehr hatte man die Einsicht und Empfindung, dass man zu einander gehöre auf Gedeih und Verderb. Die Beihilfe hatte allerdings schliesslich ihren Zweck nicht erreicht und die schöne Flur dort unten am Rhein gehörte nun andern. Und Ratsherr Hans Rudolf Wägelin, Wirt zur Krone, hielt sie recht in Ehren. Er baute 1661 das Haus neu auf und richtete irgendwo ein Mahlrad ein, wofür er jährlich 2 Pfund Heller nach Stockach zu zahlen hatte. Den Reben half er damit auf, dass er von Anstössern 4 Juchart Acker und Wiese zukaufte. Dabei musste er um 100 fl. (3000 Fr.) der Gemeinde die "Gemeindsgerechtigkeit" abkaufen, damit er sie seinem Gut einfügen und mit einem Fridhag umgeben durfte.

Wir fügen endlich als ein Kulturbildchen aus der Vergangenheit noch etwas hinzu vom Krieg um Trib und Trat in der Log. Dabei handelte es sich darum, ob die Gailinger das Recht haben, ihr Weidevieh durch die Log zum Tränkeplatz seit alamannischer Zeit, auf die Büsinger Rheinwiese, zu treiben. Während der Zeiten, da immer wieder ein fremder Hintersässe im Dienste grosser Herren als Rebmann in der Log sass, war es Gewohnheit geworden, dass die Gailinger Herde im obern Teil der Logwiesen zur Tränke ging, weil sie erst dort zunächst zum Rhein hinzukam, denn weiter oben war das Ufer zu steil. Als aber 1544 Ottli Sigg da bauern wollte, die Wiesen zu Ackerland machte und standfeste Fridhäge erstellte, gab es Krieg. Nach 21 Jahren kam es zum Friedensschluss. Die Gailinger hatten behauptet, mindestens das Recht zu haben, ihr Vieh durch die Log hindurch zur Rheinwiese zu treiben. Nun wurde zwischen Otmar Sigg einer- und der Gemeinde Gailingen und Herrschaft Randegg andrerseits abgemacht: Wann die Gemeinde Büsingen es nicht zulasse, dass die Gailinger über Büsinger Bann zur Rheinwiese gehen und tränken, dann wolle O. S. sie unter dem Loghaus durch zur Tränke ziehen lassen. So zu Martini 1565; eigentlich war dieses Entgegenkommen des Lögers eine schöne und kluge Geste. Denn es stand fest, dass die Gailinger Viehherde das uralte Recht hatte, der Judenstrasse nach über den Dörflinger Bann zu ziehen und dann auf Büsinger Bann bei der Kuhhalde sich ins Rheinhölzli und auf die Rheinwiese zu stürzen. Der Friede hielt dann bis 1637, bis zum Kauf durch die Diessenhofer. Junker Philipp Späht, Glücksritter und Güterspekulant, der im gleichen Jahr Randegg und Gailingen um 138000 fl. der Stadt Schaffhausen zu kaufen gab (was aus konfessionellen und finanziellen Gründen leider wieder rückgängig gemacht wurde), wollte bei der Fertigung es durchdrücken, dass die obere halbe Log zum Gailinger Weidgang gehöre, was die Diessenhofer natürlich ablehnten. Der Krieg wegen Trib und Trat in der Log fing wieder an und dauerte bis 1864.